
Dreiländertour – Rhön
Bei traumhaftem Wetter zeigten sich Knüllgebirge und Co. von ihrer besten Seite
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Der Motorrad-Guide für ganz Thüringen: kurvige Strecken durch Saaletal, Hainich und Kyffhäuser, Sehenswürdigkeiten von Weimar bis Erfurt, Werkstätten, Hotels und Anreise.
Thüringen liegt binnenländisch in der Mitte Deutschlands, ohne Küste, und grenzt an fünf Bundesländer: Bayern im Süden, Hessen im Westen, Niedersachsen im Nordwesten, Sachsen-Anhalt im Norden und Sachsen im Osten. Die fahrerische Signatur der Region gibt ein Mittelgebirge vor, das sich diagonal durch den Süden zieht — der Thüringer Wald. Als Kammgebirge streicht er rund 70 Kilometer lang und bis zu etwa 14 Kilometer breit von Nordwesten nach Südosten, vom Werratal bei Eisenach bis zu den Tälern von Schleuse und Wohlrose südöstlich von Ilmenau. Dieser bewaldete Rücken trennt das nördliche Thüringer Becken vom fränkisch geprägten Süden und liefert das, worauf es beim Motorradfahren ankommt: Höhenmeter, dicht gestaffelte Kurven und einen ständigen Wechsel zwischen Kamm und Tal.

Die Leitlinie des Reviers ist der Rennsteig. Der historische Grenz- und Kammweg zieht sich auf gut 169 Kilometern von Hörschel an der Werra bei Eisenach bis nach Blankenstein an der Selbitz und folgt dabei der Wasserscheide durch Thüringer Wald, Thüringer Schiefergebirge und Frankenwald. Er verläuft meist in Höhen zwischen 500 und 970 Metern; sein höchster Punkt liegt am Großen Beerberg auf 983 Metern. Für die Straße: Beim Queren des Kamms oder auf seiner Linie arbeitet man sich aus den Flusstälern in die Höhenlagen hinauf und wieder hinab. Eine Kette von Anstiegen, Sätteln und Abfahrten prägt den Rhythmus, nicht ein einzelner Alpenpass — und genau das macht den Reiz auf der Tagesrunde aus. Der Wanderweg selbst ist für Motorräder tabu, doch die Straßen begleiten und queren ihn immer wieder: An den Übergängen bei Oberhof, an der Schmücke oder auf der Höhe über Neuhaus am Rennweg trifft die Fahrstrecke auf die Kammlinie, an der über Jahrhunderte die Grenze zwischen Thüringen und Franken verlief.
Die Achsen sind benannt und durchgehend befahrbar. Die B 88, streckenweise Waldsaumstraße genannt, läuft auf rund 167 Kilometern von Eisenach über Friedrichroda, Ilmenau, Königsee und Rudolstadt bis Jena und weiter Richtung Naumburg. Sie hält sich an die Grenze zwischen Thüringer Wald und Vorland und reiht Waldrand-Passagen an offene Talblicke. Die B 19 führt von Eisenach an der Wartburg vorbei in den Naturpark Thüringer Wald und weiter nach Süden Richtung Meiningen. Über den Kamm selbst schiebt sich die L 3247 — die frühere B 247 — durch Oberhof, einen der höchstgelegenen Orte am Rennsteig auf etwa 815 Metern, und verbindet Suhl im Süden mit Gotha im Norden. Wer auf einen Gipfel will, nimmt die Stichstraße zum Großen Inselsberg (916,5 m): Von der L 1024 zwischen Brotterode und Bad Tabarz zweigt die Zufahrt ab und führt bis in die Gipfelregion.
Der Streckencharakter ist typisch Mittelgebirge: enge bis mittlere Radien, oft dicht hintereinander, dazu Steigungen und Gefälle, die den Motor arbeiten lassen, ohne in Hochgebirgs-Serpentinen zu kippen. Über weite Strecken führt die Straße durch geschlossenen Wald, mit kurzen Fenstern zu Fernblicken an Sätteln und Lichtungen. Die Zufahrten zum Kamm — etwa von Gotha im Norden oder von Suhl im Süden hinauf nach Oberhof — sammeln die Kurven; oben lichtet sich der Wald stellenweise und gibt den Blick über die Rücken frei.

Die Höhen des Thüringer Waldes bleiben knapp unter der Tausender-Marke, wirken wegen der dichten Bewaldung und der engen Täler aber höher, als die Zahlen vermuten lassen. Großer Beerberg (982,9 m), Schneekopf (978 m) und Großer Finsterberg (944 m) bilden das zentrale Dach; am Schneekopf hebt ein Aussichtsturm die Plattform sogar über 1000 Meter. Auf dem Kamm sitzen alte Waldgasthöfe wie die Schmücke bei Gehlberg, klassische Treffpunkte an der Rennsteig-Linie. Das Wetter folgt der Höhe: Oben ist es kühler und wechselhafter als im Tal, der Frühling kommt später, klare Tage belohnen mit weiter Fernsicht. Wer eine zusätzliche Lage im Gepäck hat, fährt oben in frischer Luft und findet unten die wärmeren, trockeneren Abschnitte — ein Vorteil des kompakten Reliefs, das Höhen und Täler dicht nebeneinanderlegt.
Nach Südosten geht der Thüringer Wald in das Thüringer Schiefergebirge über, und mit ihm verschiebt sich die Kulisse zum Wasser. Die Saale ist im Osten zu einer Kette von Stauseen aufgestaut; die Bleilochtalsperre bei Saalburg-Ebersdorf im Saale-Orla-Kreis fasst mit 215 Millionen Kubikmetern das größte Stauvolumen aller deutschen Talsperren und zieht sich über 28 Kilometer durch die bewaldeten Hänge an der oberen Saale. Die Uferstraßen dort fahren sich anders als der Kamm: längere Bögen, Blicke aufs Wasser, weniger Steigung. Zwischen Schiefergebirge und Saaletal wechselt der Charakter von der Waldenge zur offenen Seenlandschaft, ohne dass man das Revier verlässt.
Was Thüringen als Motorradrevier ausmacht, ist die Dichte auf kurzer Distanz. Vom Werratal bei Eisenach bis zur Saale im Osten liegen keine langen Anfahrten dazwischen; Kammstraße, Flusstal, Stauseeufer und historische Städte reihen sich auf engem Raum. Eisenach mit der Wartburg, Ilmenau am Fuß des Kickelhahn, die Residenzstädte im Osten — sie markieren die Etappenpunkte, an denen sich Fahren und Anschauen verbinden. Der Reiz liegt im Übergang: ein Vormittag auf dem bewaldeten Kamm, ein Nachmittag an offenen Talblicken, dazwischen der stetige Wechsel aus Anstieg und Abfahrt, den ein Mittelgebirge dieser Größe auf einer einzigen Tagesrunde zusammenhält. Wer den Rhythmus aus Kamm und Tal mag, kommt hier auf einer einzigen Tagesrunde durch mehr Landschaftstypen als in den meisten deutschen Mittelgebirgen.
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Bei traumhaftem Wetter zeigten sich Knüllgebirge und Co. von ihrer besten Seite

Eine Wochenend- oder Feiertagstour ist die hier vorgestellte Runde wirklich nicht. Immerhin führt sie mitten durchs wunderschöne Seßlach, dessen Tore sich nur werktags für den motorisierten Verkehr öffnen.

Auch diese Tour startet am M&R Hotel Rennsteig**** in Masserberg. Vom höchstgelegenen Motorradhotel des Thüringer Waldes geht es bergab ins Schwarzatal.
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